CHINESISCHE MEDIZIN:



Die Chinesische Medizin (TCM) ist die älteste und größte Medizintradition der Menschheitsgeschichte. Seit über 2000 Jahren wurde medizinisches Wissen systematisch zusammengetragen, klinisch weiter erprobt und bewahrt bis zum heutigen Tag. Seit den 50er Jahren wird diese Medizin nach modernen wissenschaftlichen Standards systematisiert und als „TCM“ an chinesischen Universitäten gelehrt. In Deutschland gibt es die Chinesische Medizin (TCM) seit den 70ern.

Die Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin (SMS) > in München ist seit dieser Zeit die wichtigste Instanz zur Lehre und Verbreitung der gesamten Chinesischen Medizin im deutschen Sprachraum. Als Mitglied des Vorstands > und Dozent > dieser Gesellschaft ist Dr. Marc Scheuermann hieran seit einigen Jahren wesentlich beteiligt. Die SMS bietet mit dem Certified Physician of Chinese Medicine (CPC) > den höchsten Ausbildungsstandard für Ärzte in Deutschland.


Ab 2027 gibt es einen vollwertigen Master-Studiengang für Chinesische Medizin an der FH Deggendorf

DIAGNOSTIK:



Die Chinesische Medizin (TCM) kennt klassischerweise keine technischen Hilfsmittel zur Diagnostik. Man benutzt „nur“ die menschlichen Sinne. Entsprechend ausgebildet erfährt man darüber aber sehr viel über seine Patienten. Wir leben in einer modernen Welt und selbstverständlich beurteilen auch wir technische Befunde wie Bildgebung oder Labor. Die Chinesische Diagnose liefert aber auch Erkenntnisse, die nicht meß- oder darstellbar sind, da sie mehr die komplexen, aktiven Funktionen des Körpers berücksichtigt. Dies ist in der Gesamtbeurteilung eines Beschwerdebildes enorm wichtig.


Eine Chinesische Diagnosestellung umfasst mehrere Untersuchungsmethoden. Hauptsächlich geht es um die Beurteilung des Zustandes und der Funktion des aktiven Körpergewebes (Muskulatur, Sehnen und Faszien sowie der inneren Organe.) Hierfür verwenden wir vor allem die Puls- und Zungendiagnose, aber auch die Betastung des Bauches und der Leitbahnen.

Eine richtige oder falsche Funktionsweise (Krankheit) unseres Körpers ist in der Chinesischen Medizin (TCM) sehr an die Beschreibung von in der Natur vorkommenden Abläufen angelehnt. Diese sind nach allgemein gültigen Kriterien wie z.B. Yin und Yang oder den 5 Wandlungsphasen, aber auch anderen Modellen (z.B. 6 Konfirmationen) sehr präzise beurteilbar. Diese Modelle und Bilder bieten uns eine andere Sichtweise auf die Probleme der Patienten, die oft hilfreich sein kann, Beschwerden besser zu verstehen. Infolge dieser anderen Sichtweise können Störungen der Funktionen unseres Körpers oft früher erkannt werden, als durch viele unserer modernen, technischen Verfahren.

Die Vorgeschichte

Die ausführliche Anamnese (Vorgeschichte) Das Gespräch bildet das Fundament der TCM-Diagnostik. Ich nehme mir viel Zeit, um nicht nur Ihre aktuellen Beschwerden zu erfassen, sondern Ihren Gesundheitszustand ganzheitlich zu verstehen. Neben der klassischen Krankengeschichte frage ich gezielt nach Funktionen wie:

  • Appetit und Verdauung

  • Schlafqualität

  • Kälte- und Wärmeempfinden

  • Emotionales Befinden

Abgerundet wird dieser Prozess durch die körperliche Untersuchung (Palpation), bei der ich Bauch, Muskulatur und Bindegewebe abtaste. Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen einen klaren Therapieplan zu entwickeln. Ich lege großen Wert darauf, dass Sie verstehen, wie die Chinesische Medizin Ihre Beschwerden sieht und wie die Behandlung wirkt.

Pulsdiagnose

In der TCM ist der Puls weit mehr als nur die Schlagfrequenz des Herzens. Er liefert Informationen über das Zusammenspiel von drei Faktoren:

  • muskulärer Spannung der Blutgefäße

  • der Qualität des Blutes (nährende Flüssigkeit)

  • der aktiven Energie (Qi/Pulswelle).

Diese Komponenten erzeugen ein spezifisches „Pulsbild“. Durch das Tasten an beiden Handgelenken können wir Rückschlüsse auf energetische Zustände und Organfunktionen ziehen, die für die Erstellung der richtigen Rezeptur oder Akupunkturstrategie entscheidend sind.

Zungendiagnose

Die Zunge gewährt uns einen direkten Blick in das Innere des Körpers. Da sie der einzige Muskel ist, der nicht von Haut bedeckt wird, zeigt sie uns den Zustand des Körpergewebes unverfälscht an. Zudem ist die Zunge der Beginn des Verdauungstraktes und spiegelt reflektorisch die inneren Organe wider. Bei der Untersuchung achte ich auf:

  • Zungenkörper: Farbe und Form geben Hinweise auf chronische Zustände.

  • Zungenbelag: Zeigt oft akute Geschehen oder Verdauungsprobleme an.

  • Konsistenz: Gibt Aufschluss über den Flüssigkeitshaushalt und die Muskelspannung.

THERAPIEN: